Guide to the microform publication
IDC Publishers 2002
Editors: Christoph Eggenberger/Marlis Stähli
Verzeichnis der Korrespondenz
in der
Zentralbibliothek Zürich
Bearbeitet von Alexandra
Renggli und Marlis Stähli
aufgrund des Standortkatalogs und
unter Verwendung
der Vorarbeiten von Ursula Caflisch-Schnetzler
Die Zentralbibliothek Zürich dankt der
Forschungsstiftung Johann
Caspar Lavater Zürich und der
Baugarten-Stiftung Zürich für die
Überlassung der
Vorarbeiten von Frau Ursula Caflisch-Schnetzler
Alphabetical Indexes
This archive is arranged in the following three series, described in three separate indexes written in German:
About the Indexes
Background reading
Das Verzeichnis zu Johann Caspar Lavaters Korrespondenz besteht aus einem Absenderregister, einem Empfängerregister und einem Register der Familienbriefe, mit Briefen Dritter aus Lavaters Nachlass:
Die Register folgen der Anlage des alten, handschriftlichen Standortkataloges, angelegt Anfang des 20. Jhs. durch einen Bibliothekar der Zentralbibliothek Zürich, nachdem die gesamte Korrespondenz Lavaters alphabetisch geordnet und in dicke Sammelbände eingebunden worden war, getrennt nach Absendern (FA Lav. Ms. 501-535 an Lavater) und Empfängern (FA Lav. Ms. 551-587 von Lavater). Diese damals übliche Praxis, die vor allem der sicheren Aufbewahrung bzw. der Vermeidung von Verlusten diente, hatte den Nachteil, dass die zahlreichen Briefe anonymer oder unbekannter Personen, die vielen Abschriften, Exzerpte und Doubletten, nicht alphabetisch in den bereits vorhandenen Bestand eingegliedert werden konnten, wenn sich ihre Absender oder ihre Zugehörigkeit im Laufe der Zeit ermitteln liessen. Ebensowenig konnten Neuzugänge, die durch Geschenke und Ankäufe hinzukamen, integriert werden, sondern sie mussten in losen Konvoluten angeschlossen werden (FA Lav. Ms. 588-592 und Zuwachs FA Lav. Ms. 589a von Lavater / FA Lav. Ms. 593-599 und Zuwachs FA Lav. Ms. 535a an Lavater).
Dies hatte zur Folge, dass im alten Standortkatalog, der sich nach der Aufstellung in den Regalen bzw. nach der Abfolge der Signaturen richtete, je nach formalen, neu gebildeten oder später hinzugekommenen Gruppen das Alphabet immer wieder von vorn einsetzte bzw. gar nicht beachtet war:
Nur mit Vornamen, Initialen oder gar nicht unterzeichnete Briefe (vonL 588, anL 596, 597.1), Briefe mit oder ohne Angabe eines Datums (vonL 589.1-2, anL 597.2-3), nach formalen Kriterien geordnete Gruppen wie Fragmente (vonL 589.3, anL 597.4), Briefabschriften/Doubletten (vonL 591), Exzerpte (vonL 592, anL 593-595) oder Zirkularkorrespondenz (anL 598.2), Briefe eines bestimmten Jahres (vonL 589i von 1779, vonL 590a von 1786, anL 597.3 von 1778), an eine bestimmte Person (vonL 589l an den Bruder Diethelm Lavater), aus unterschiedlicher Herkunft (vonL 589k Korrespondenz mit Georg Christian Sigel u.a. / vonL 590 und anL 599 aus dem Archiv der Zürcher St. Peterskirche) oder mit gemeinsamem thematischem Hintergrund (vonL 589.4 und anL 598.1 Bremen: Briefe anlässlich Lavaters Berufung).
Um ein zuverlässiges und rasches Auffinden aller Briefe einer bestimmten Person zu gewährleisten, musste deshalb der alte Standortkatalog in ein Verzeichnis mit zwei durchgehenden Alphabeten umgearbeitet werden, denn erst dadurch wurde es möglich, alle Briefe, Kopien/Briefabschriften, Exzerpte und Doubletten unter dem Namen der betreffenden Person in den drei Registern jeweils zusammengefasst zu überblicken. Dabei bleibt die zugrundeliegende Struktur des Standortkatalogs erkennbar, indem die Haupteinträge jeweils von den Signaturen der Sammelbände ausgehen und sämtliche zugehörigen Signaturen mit Briefen derselben Person eingerückt erscheinen. Die zur Grundsignatur gehörige Bezeichnung FA Lav. Ms. musste aus Platzgründen weggelassen werden. Abkürzungen und Zeichen:
| anL | an Lavater |
| vonL | von Lavater (ohne anL bzw. vonL = Briefe Dritter) |
| etc. | bei mehreren Ortsangaben |
| b. | bei |
| geb. | geborene |
| o.J. | ohne Jahr |
| Pfr. | Pfarrer |
| verh. | verheiratete |
| [ ] | ermittelte Zusätze |
Grundsignaturen und Briefnummern
Zur Grundsignatur (vonL 562 Gei-Gut), bei losen Konvoluten mit einer Stelle nach dem Punkt (vonL 590.6), tritt die Binnennummerierung (anL 562.24 Gleim / anL 590.6.1 Ott), die der durchgehenden neuzeitlichen Bleistiftnummerierung der Briefe (meist in der Mitte des oberen Seitenrandes) in den Sammelbänden bzw. den Mäppchen- oder Konvolutnummern bei den losen Beständen entspricht. In den Registern bezeichnet die Binnennummer jeweils den ersten Brief von oder an eine bestimmte Person, als Einstiegshilfe zu deren Korrespondenz auf den Mikrofiches, d.h. der erste Brief von Gleim an Lavater ist Brief Nr. 24 im Sammelband FA Lav. Ms. 562 und auf der entsprechenden Mikrofiche.
Haupteinträge
Die Haupteinträge sind, von Ausnahmen abgesehen, im Prinzip alphabetisch geordnet, bei Personen nach Nachnamen (ohne weitere Angaben), Nachnamen (mit blosser Standes- oder Berufsbezeichnung), Nachnamen mit Initialen der Vornamen (nicht weiter ermittelt), Nachnamen mit Vornamen (in der Regel abgekürzt), bei fehlendem Nachnamen nach dem Vornamen. Es folgen die Angaben von Absendeort bzw. Empfängeradresse (bei mehreren mit Vermerk etc.), Jahr bzw. Zeitraum und Anzahl der Briefe. Die Angabe o.J. (= ohne Jahr) erscheint nur bei einzelnen Briefen, bei grösseren Konvoluten sind die undatierten Briefe entweder im angegebenen Zeitraum enthalten oder sie liegen davor bzw. danach.
Viele Personen- und Ortsnamen konnten ermittelt, berichtigt oder ergänzt werden und die alte Schreibweise wurde nach der heutigen Ansetzungsform normiert, wobei in den Registern wegen der alphabetischen Reihenfolge wiederum ein gelegentliches Springen der Binnennummerierung in Kauf genommen wurde (vonL 558.27 Emmerich, Joh. Mich. / 558.29 Engelhard, C.F. / 558.28 Engelhard, Elis).
Fehlen Angaben zu Absender oder Empfänger, sind die Briefe unter ihrem Absende-, Empfänger- bzw. einem anderen erwähnten Ort eingereiht (Augsburg: Anonym, Bern: Schwager von Stapfer), sind mehrere Personen beteiligt oder geht es um eine bestimmte Angelegenheit unter dem entsprechenden Sachbegriff (Deportation, Physiognomik, Stäfner-Handel). Über den Ort oder eine aufgeführte Kontaktadresse lassen sich vielleicht der eine oder die andere unter den zahlreichen anonymen oder unbekannten Briefpartnerinnen und -partnern in Zukunft ermitteln.
Kopien/Abschriften, Exzerpte, Fragmente, Zuwachs
Da es sich bei zahlreichen Briefen, vor allem bei denjenigen von Lavater, um Abschriften aus der Zeit handelt, ist bei Kopien und Exzerpten, aber auch bei Zuwachs und Fragmenten soweit immer möglich in eckigen Klammern [] angegeben, wieviele der Briefe nur in dieser Form, d.h. zusätzlich zu den Briefen im Haupteintrag vorhanden sind.
So gibt es von Hartmann an Lavater 55 Briefe in FA Lav. Ms. 511 - 1772-75/55 - ausserdem 24 Exzerpte in FA Lav. Ms. 593, fünf davon nur als Auszüge bzw. Abschriften - 1773-75/24 [5] -, d.h. zusätzlich erhalten bzw. nicht unter den 55 Briefen im Haupteintrag.
Die Bezeichnungen Kopien oder Exzerpte beziehen sich in erster Linie auf den Überlieferungszusammenhang der betreffenden Konvolute. Unter Kopien sind in der Regel wortgetreue Abschriften zu verstehen, unter Exzerpten kürzere oder längere Auszüge, wobei sich auch in den Kopien-Mappen vereinzelt Originalbriefe und in den Exzerpten-Mappen vollständige Briefabschriften finden können.
Grundsätzlich gibt es keine Aussagen über Eigenhändigkeit der Briefe. Die Briefe an Lavater sind wohl zu einem grösseren Teil autograph, doch werden auch unter diesen Briefen etliche diktiert worden sein. Bei Lavaters eigenen Briefen dagegen handelt es sich mehrheitlich um Abschriften, denn sie mussten kopiert werden, bevor sie sein Haus verliessen. Während Lavater in der frühen Zeit vieles noch selber schrieb, beschäftigte er bald einmal Schreiberinnen und Schreiber, die seine Schrift zum Teil auch nachahmten und mitunter nicht leicht zu unterscheiden sind (anL 524.288, 597.1.26 u. 32.5 Lisette Rordorf / anL 599.11 u. 32.5 Magdalena Kitt). Will man Autographen von Lavater vergleichen, so geben die weit über 200 Briefe an seine Frau aus mehr als drei Jahrzehnten einen guten Überblick über unterschiedliche Ausprägungen seiner Schrift.
Zahlreiche Briefe wurden mehrfach abgeschrieben oder exzerpiert, um in anderen Zusammenhängen wieder Verwendung zu finden, etwa in Sammlungen, die zu einem Thema für bestimmte Personen zusammengestellt wurden (vonL 75.1 über die Versöhnung, an Cajus von Reventlow / vonL 75.2 Kopie mit Ergänzungen / vonL 75a mit einer Widmung für Georg Gessner), oder Abschriften aus Briefen von und an Lavater, die in die Handbibliothek für Freunde Aufnahme fanden (vonL 208.2-5 an Jacques Partridge), wobei die Absender oder Empfänger meist anonym bleiben bzw. nur durch Initialen bezeichnet sind. Ausgehend von den Mikrofiches-Aufnahmen oder von der gedruckten Ausgabe der Handbibliothek für Freunde können letztere den jeweiligen in den Registern A und B erfassten Briefpartnern bzw. den Originalbriefen zugeordnet werden.
Beischriften, Beilagen, Verweise
Beischriften und Beilagen, aber auch Mitadressatinnen und -adressaten sind aufgeführt, um das weitgespannte Beziehungsgeflecht, das eindrückliche Kommunikationsnetz, das für die Korrespondenz Lavaters charakteristisch ist, sichtbar werden zu lassen. Zahlreiche Verweise waren daher unumgänglich. Erwähnte Personen oder Werke sind vor allem bei den Briefen von und an Unbekannt (allerdings nur zum Teil, soweit mit vertretbarem Aufwand zu leisten, nicht systematisch) mitberücksichtigt, wiederum im Hinblick auf zukünftige Identifikation von Korrespondenzpartnern, was unsererseits aus zeitlichen Gründen nur in einzelnen Fällen möglich war. Die Verweise führen zu den entsprechenden Haupteinträgen, und zwar immer im Bereich des zugehörigen Registers (anL oder vonL).
Will man sich also einen vollständigen Überblick über die vorhandene Korrespondenz einer bestimmten Person verschaffen, muss man grundsätzlich immer in allen drei Registern suchen, unter den Briefen, die jemand an Lavater geschrieben (A) und/oder von Lavater erhalten hat (B) sowie in den verschiedenen Teilen des Registers der Familienbriefe und der Briefe Dritter (C).
Personen des Adels erscheinen von Ausnahmen abgesehen unter ihren Vornamen, von den Familiennamen aus wird verwiesen. Auch bei den Korrespondentinnen, die in den Sammelbänden nicht immer unter dem selben Namen eingeordnet wurden und deshalb unter Umständen im Register A unter ihrem vorehelichen Namen, im Register B jedoch unter dem Namen des Ehemannes erscheinen, waren Verweise unumgänglich.
Briefe von und an Unbekannt
Ein besonderes Problem stellen die vielen Mappen mit Briefen an anonyme und unbekannte Personen dar (FA Lav. Ms. 588-599, grösstenteils Abschriften). In einigen Briefen finden sich Initialen als Anrede oder sie sind mit Anfangsbuchstaben unterzeichnet, andere wurden früh, teils schon von Lavater selber, mit Initialen oder Namensangaben etc. am Rand versehen, etliche konnten im Laufe der Zeit ermittelt werden und sind mit späteren Bemerkungen zu Personen- oder Ortsnamen versehen. Um diese Briefe im Gesamtzusammenhang zu erfassen, wurden sie in die Hauptregister integriert (à Alphabet). Die übrigen sind im Anschluss an A-Z unter Unbekannt aufgelistet, in der Reihenfolge der Signaturen. Als Hilfestellung und um eine leichtere Orientierung auf den Mikrofiches zu ermöglichen, sind dabei unter dem Haupteintrag jeweils diejenigen Briefe, Kopien, Exzerpte oder Fragmente aufgelistet, bei denen sich zusätzliche Angaben wie Stellung, Beruf, erwähnte Personen oder auch inhaltliche Bezüge finden, die ohne eingehendere Untersuchungen leicht ersichtlich sind.
Briefe aus Lavaters Werknachlass und weiteren Fonds
In die Verfilmung einbezogen wurden nicht nur die eigentliche Korrespondenzsammlung, sondern auch alle weiteren Briefe, die entweder im Werknachlass Lavaters (FA Lav. Ms. 15-208), im Familienarchiv Lavater und in anderen Zürcher Familienarchiven (FA Lav. 1741, 1743, 1768, FA Escher vom Glas, FA Hess, FA Hirzel, FA Nüscheler) oder in anderen Fonds aufbewahrt sind, in der Autographensammlung von Emil Bebler, in der Briefsammlung der Zentralbibliothek, unter den Briefen an Johann Jakob Bodmer, in den Bestandesgruppen der ehemaligen Stadtbibliothek (Ms. A, E, M, V) und der Zentralbibliothek (Ms. Z) sowie unter den Lavateriana der Sammlung Hanselmann, die als Geschenk hinzukam (Lav. H 1001-1002). Über die Adressaten gibt die Konkordanz Auskunft, die Briefe finden sich wie die übrigen alphabetisch in die Register integriert oder unter Unbekannt aufgelistet.
Mikrofiches, Inhaltsverzeichnis und Konkordanz
Die Mikrofiches richten sich zunächst nach der Signaturenfolge der Korrespondenzbände und -Mappen (an und von Lavater A-Z und Unbekannt). Nach den Briefen aus Lavaters Werknachlass folgen in alphabetischer Reihenfolge die übrigen Fonds: FA Lav. Ms. 15-208, Autogr. Bebler - Ms. Z II 3023, mit einem Nachtrag: FA Lav. Ms. 26 - FA Nüscheler 468a und Ms. V 411. Am Schluss stehen die Familienbriefe (FA Lav. Ms. 600-606), die durch ein eigenes Register erschlossen sind.
Alle Angaben wurden so sorgfältig ermittelt, wie es unter vertretbarem Zeitaufwand möglich war. Sie sind in der Regel jedoch als Hinweise zu verstehen und im konkreten Einzelfall anhand der Mikrofiches zu überprüfen.
Auch wenn es gelang, eine beachtliche Zahl Briefe zuzuweisen, mussten viele Fragen aus Zeitgründen offen bleiben. Priorität hatte das Bestreben, die in der Handschriftenabteilung liegenden Korrespondenzen - und zwar auch die vielen Kopien/Abschriften und Exzerpte/Auszüge - der Forschung integral und möglichst rasch zur Verfügung zu stellen. Für weiterführende Hinweise ist die Handschriftenabteilung im Hinblick auf einen wünschenswerten Informationsfluss selbstverständlich immer dankbar, Anfragen werden gerne beantwortet. Die Register werden intern weiter geführt und à jour gehalten.
Weitere Information zu den Beständen (vgl. auch die Homepage der Zentralbibliothek Zürich, Spezialsammlungen/Handschriftenabteilung, www.zb.unizh.ch):
Gagliardi, Ernst, und Ludwig Forrer. Neuere Handschriften seit 1500. Einleitung und Register von Jean-Pierre Bodmer. Zürich 1931-1982 (Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich II). Verzeichnis des Nachlasses von Johann Caspar Lavater (FA Lav. Ms. 1-606) nach Signaturen, Spalten 1535-1566.
Bodmer, Jean-Pierre. Familienarchive. Zürich 1996 (Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich III). Verzeichnis des Familienarchivs Lavater (FA Lav. 1-20, FA Lav. 1492-FA Lav. 1849), Spalten 337-378, und des ins Familienarchiv eingegliederten Nachlasses von Johann Caspar Lavater nach Sachgruppen, Spalten 342-363.
Bodmer, Jean-Pierre. Die Handschriften-Abteilung der Zentralbibliothek Zürich, in: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1973, Zürich 1972, S. 84-113.
Hingewiesen sei vor allem auch auf die im Entstehen begriffene historisch-kritische Ausgabe ausgewählter Werke Lavaters, vgl. www.lavater.unizh.ch:
Johann Caspar Lavater, Aussichten in die Ewigkeit, 1768-1773/78, hrsg. von Ursula Caflisch-Schnetzler, Zürich 2001 (Ausgewählte Werke, Band 2)
Bibliographie der Werke Lavaters, hrsg. von Horst Weigelt, Redaktion Niklaus Landolt, Zürich 2001 (Ausgewählte Werke, Ergänzungsband)
Zahlreiche Briefe in der nun verfilmten Korrespondenz Lavaters geben interessante Einblicke in seine Künstler-, Verleger- und Sammlerkontakte. Über sein schon zu seinen Lebzeiten berühmtes Graphisches Kabinett mit über 22'000 Zeichnungen, Aquarellen, Druckgraphik und Kleingemälden - Kunstblätter des 16.-18. Jhs., u.a. von Christoph Murer, Domenico Tintoretto, Daniel Chodowiecki, Portraits und Silhouetten, überwiegend von Schweizer Künstlern wie Johann Heinrich Lips, Johann Pfenninger und Johann Rudolf Schellenberg, sowie physiognomische Studienblätter -, das nach seinem Tod verkauft werden musste, orientiert der Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek, in deren Porträtsammlung das gesamte Kabinett erhalten ist, vgl. www.onb.ac.at/sammlungen/bildarchiv/projekte/porlav Mraz, Gerda (Hrsg.), Das Kunstkabinett von Johann Caspar Lavater, Wien 1999.
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Marlis Stähli, M.A., Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung
The index of Johann Caspar Lavater's correspondence consists of a sender register, a recipient register, and a register of family letters including third party letters from Lavater's estate:
The registers follow the order of the appendix of the old, handwritten repository catalog that was created at the beginning of the 20th century by a librarian of the Zentralbibliothek Zürich after Lavater's entire correspondence had been alphabetized and bound in thick volumes. It is sorted by senders (FA Lav. Ms. 501-535 to Lavater) and recipients (FA Lav. Ms. 551-587 from Lavater). This practice, which was common at the time and primarily used to ensure that documents were safely stored and protected from loss, had the disadvantage that the many letters of anonymous or unknown persons, the numerous copies, excerpts and duplicates could not be integrated in the existing collection if their sender or their relationship had at some stage been established. Also it wasn't possible to integrate new entries that had been acquired as gifts or through purchase; they had to be added as loose convolutes. (FA Lav. Ms. 588-592 and supplements FA Lav. Ms. 589a from Lavater / FA Lav. Ms. 593-599 and supplements FA Lav. Ms. 535a to Lavater).
In terms of the old repository catalog, which followed the order on the shelves, i.e. the sequence of the shelf marks, this meant that the alphabet always had to start over again or was not taken into account at all for any group sorted by formal criterias or added at a later stage that contained: Letters only signed with Christian names, initials or without any signature at all (fromL 588, toL 596, 597.1), dated or undated letters (fromL 589.1-2, toL 597.2-3), groups that were sorted according to recognized criteria such as fragments (fromL 589.3, toL 597.4), copies/duplicates (fromL 591), excerpts (fromL 592, toL 593-595) or circular correspondence (toL 598.2), letters of a particular year (fromL 589i: 1779, fromL 590a: 1786, toL 597.3: 1778), to a particular person (fromL 589I to the brother Diethelm Lavater), of different provenance (fromL 589k correspondence with, among others, Georg Christian Sigel / fromL 590 and toL 599 from the archive of St. Peter's Church in Zurich) or with the same thematic background (fromL 589.4 and toL 598.1 Bremen: Letters on the occasion of Lavater's appointment).
To ensure that all of the letters from a specific person could be easily and quickly found, the old shelf list was converted to an index with two through alphabets (A: senders, B: recipients). It would otherwise not have been possible to create an overview of all the letters, copies, excerpts and duplicates under the name of the person concerned. The repository catalog's basic structure remains recognizable because the main entries follow the shelf marks in the volumes, and all of the shelf marks that represent further letters from the same person are indented. The first part of the shelf marks, i.e. FA Lav. Ms., had to be omitted due to the lack of space.
The following abbreviations and marks have been used in the indices:
| anL | an Lavater | to Lavater |
| vonL | von Lavater | from Lavater (without anL or vonL = third party letters) |
| etc. | bei mehreren Ortsangaben | more than one location |
| b. | bei | near |
| geb. | geborene | born |
| o.J. | ohne Jahr | without year |
| Pfr. | Pfarrer | Minister |
| verh. | verheiratete | married |
| [ ] | ermittelte Zusätze | additional information |
Original shelf marks and letter numbers
The shelf marks consist of a base number, e.g. fromL 562, or, in the case of loose convolutes, including one place after the dot, e.g. fromL590.6, supplemented by an internal numbering system (fromL 562.24; fromL 690.6.12) that corresponds to the pencil numbering on the letters (generally in the middle of the page's top margin). In the registers, the internal number always indicates the first letter from or to a specific person, and helps locate their correspondence on the microfiches, i.e. the first letter from Gleim to Lavater is letter number 24 in the volume FA Lav. Ms. 562 and also on the corresponding microfiche.
Main entries
With a few exceptions, the main entries for people are alphabetically sorted by last name, or, if the last name is missing, by Christian names. This is followed by information about the place the letter was sent from or the recipient's address (in the case of several places there is a note "etc."), the year or period and the number of letters. The indication o.J. (without year) has been used only for single letters. For larger convolutes, the undated letters are either contained in the stated period or come before or after it.
If information about a letter's sender or recipient is missing, the letters are classified by the place they were sent from or to, or by any other place that is mentioned in the letters (Augsburg: Anonymous, Bern: Stapfer's brother-in-law). If several people are involved or if a specific event is concerned, the letters are classified under the appropriate term (deportation, physiognomy, Stäfner affair). The place or contact address may enable one or the other of the numerous anonymous or unknown correspondents to be found in the future.
Copies/duplicates, excerpts, fragments, supplements
A large number of letters, in particular those from Lavater, are copies from that time, whereby the number of copies and excerpts, supplements and fragments additional to the main entries that exist in this form only is specified in square brackets [ ], so far as it was possible. That means that there are 55 letters from Hartmann to Lavater in FA Lav. Ms. 511 - 1772-75/55 - as well as 24 excerpts in FA Lav. Ms. 593, five of them only as excerpts and/or duplicates - 1773-75/24 [5] -, i.e. preserved in addition and not among the 55 letters in the main entry.
The terms copies or excerpts refer primarily to the way in which the convolutes have been gathered. Copies are generally understood as verbatim duplicates, excerpts as longer or shorter extracts. However, some original letters can still be found in the copy portfolios and complete duplicate letters in the excerpt portfolios.
In principle, there are no notes about the letters' characteristics. The letters to Lavater are largely autographic, however, a certain number have probably been dictated. On the other hand, Lavater's own letters are for the most part duplicates considering that they were copied before they left the house. Although Lavater wrote a lot himself in his younger days, he soon employed scribes who, at times, imitated his writing and are not easy to distinguish from each other (toL 524.288, 597.1.26 and 32.5 Lisette Rordorf / toL 599.11 and 35.5 Magdalena Kitt). For those who would like to compare Lavater's autographs, the more than 200 letters to his wife that were written over more than 3 decades provide a good overview of the different forms his writing took.
Numerous letters were duplicated or pieces of them extracted more than once and used in other contexts, such as in collections on a specific theme that were put together for a particular person (fromL 75.1 on reconciliation, to Cajus von Reventlow / fromL 75.2 copy with supplements / fromL 75a with a dedication to Georg Gessner), or duplicates of letters from and to Lavater that were included in the Handbibliothek für Freunde" (fromL 208.2-5 to Jacques Partridge). The senders and recipients often remained anonymous or were only represented by initials. Starting from the microfiches or the printed edition of the Handbibliothek für Freunde," the latter can be assigned to the senders of the original letters that had been entered in the registers A and B.
Addenda, inserts, references
Notes, inserts and additional addressees are listed to demonstrate the wide ranging connections and the impressive communication network that characterized Lavater's correspondence, and made a number of references indispensable. Persons or works that were mentioned in the letters and in particular in those from and to unknown, were taken into consideration (though only in part - not systematically - and provided that the effort was justifiable) with regard to the future identification of the correspondents, which, due to time constraints, we were only able to do in certain cases. The references lead to the corresponding main entries in the area of the actual register (toL or fromL).
To obtain a complete overview of a person's correspondence, one must always look in all three of the registers, i.e. through the letters that a person wrote to Lavater (A) and/or received from Lavater (B), as well as through the different parts of the register of the family letters and third party letters (C).
Aristocrats are, with a few exceptions, listed by their Christian names and are referenced by their last name. As woman correspondents have not always been integrated in the different volumes by the same last name, references had to be made for those who are listed in register A under their maiden name and in register B under their spouse's name.
Letters from and to unknown
The numerous portfolios with letters to anonymous and unknown persons pose a particular problem (FA Lav. Ms. 588-599, mainly copies). In some of the letters, initials are used as the form of address or as the signature. In others, the initials or names were entered in the margins at an early stage and in part by Lavater himself. Several of these entries could be ascertained over time and are accompanied with notes about the name of the person or place. In order to include these letters in the total context, they were integrated in the main register (à Alphabet). The others are listed under unknown at the end of A-Z based on the sequence of the shelf marks. To make things easier and to facilitate searching through the microfiches, each of the letters, copies, excerpts or fragments to which additional information applies -such as position, profession, mentioned persons or content-related references that are easily visible without further research- are listed under the main entry.
Letters from Lavater's works estate and other holdings
Beside the actual correspondence, other letters have been included in the microfiche publication. These concern letters that are contained in Lavater's works estate (FA Lav. Ms. 15-208), the Lavater family archive and other Zurich family archives (FA Lav. 1741, 1743, 1768, FA Escher vom Glas, FA Hess, FA Hirzel, FA Nüscheler) or stored in holdings such as Emil Bebler's autograph collection, the letter collection of the Zentralbibliothek, the letters to Johann Jakob Bodmer, the collection groups of the former Municipal Library (Ms. A, E, M, V) and the Zentralbibliothek (Ms. Z), as well as the Lavateriana of the Hanselmann collection that was received as a gift (Lav. H 1001-1002). The concordance provides information about the addressees and the fiche-numbers. As all other letters, these letters were integrated in the registers alphabetically or were listed under unknown.
Microfiches
The microfiches follow the sequence of the shelf marks of the correspondence volumes and portfolios (to and from Lavater and unknown). The remaining collections follow the letters from Lavater's works estate in alphabetical order: FA Lav. Ms. 15-208, Autogr. Bebler - Ms. Z II 3023, with a few addenda: FA Lav. Ms. 26 - FA Nüscheler 468a and Ms. V 411. The family letters, which have their own register (C), are at the end (FA Lav. Ms. 600-606).
All of the information was researched as carefully as possible within an acceptable amount of time. This information is, however, generally to be understood as a reference and has to be checked in each specific case using the microfiches.
Although we did successfully allocate an impressive number of letters, a lot of questions could not be answered within the time available. Our priority has been to make the complete correspondence held at the manuscript department - as well as the numerous copies/duplicates and excerpts/extracts - available for research as soon as possible. The manuscript department is, with regard to the desirable flow of information, always thankful for additional information, and is always happy to respond to inquiries. The indices are maintained and updated internally.
Additional information about the collections (cf. the home page of the Zentralbibliothek Zürich, Spezialsammlungen/Handschriftenabteilung, www.zb.unizh.ch):
Gagliardi, Ernst, und Ludwig Forrer. Neuere Handschriften seit 1500. Einleitung und Register von Jean-Pierre Bodmer. Zürich 1931-1982 (Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich II). Darin: Verzeichnis des Nachlasses von Johann Caspar Lavater (FA Lav. Ms. 1-606) nach Signaturen, Spalten 1535-1566.
Bodmer, Jean-Pierre. Familienarchive. Zürich 1996 (Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich III). Darin: Verzeichnis des Familienarchivs Lavater (FA Lav. 1-20, FA Lav. 1492-FA Lav. 1849), Spalten 337-378, und des ins Familienarchiv eingegliederten Nachlasses von Johann Caspar Lavater nach Sachgruppen, Spalten 342-363.
Bodmer, Jean-Pierre. Die Handschriften-Abteilung der Zentralbibliothek Zürich, in: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1973, Zürich 1972, S. 84-113.
Particularly, we would like to point out the historical-critical edition of selected works of Lavater that is currently being worked on, cf. www.lavater.unizh.ch:
Johann Caspar Lavater, Aussichten in die Ewigkeit, 1768-1773/78, hrsg. von Ursula Caflisch-Schnetzler, Zürich 2001 (Ausgewählte Werke, Band 2)
Bibliographie der Werke Lavaters, hrsg. von Horst Weigelt, Redaktion Niklaus Landolt, Zürich 2001 (Ausgewählte Werke, Ergänzungsband)
A number of letters in Lavater's microfilmed correspondence provide an
interesting insight into his contacts in the world of art, publishing and
collectors. The catalog of the Austrian National Library at Vienna provides the
best overview of Lavater's famous Graphic Cabinet, which had already been
acclaimed during his lifetime. The library's portrait collection contains
almost the entire cabinet, which, unfortunately, had to be sold after Lavater's
death, with its more than 22,000 drawings, watercolours, prints and miniature
paintings, works of art from the 16 -18 centuries, amongst others from
Christoph Murer, Domenico Tintoretto, Daniel Chodowiecki, portraits and
silhouettes, primarily by Swiss artists such as Johann Heinrich Lips, Johann
Pfenninger and Johann Rudolf Schellenberg, as well as physiognomic study
sheets, cf. www.onb.ac.at/sammlungen/bildarchiv/projekte/porlav:
Mraz,
Gerda (Hrsg.), Das Kunstkabinett von Johann Caspar Lavater, Wien 1999.
Marlis Stähli, M.A., Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung
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Prof. Dr. Christoph Eggenberger, Zentralbibliothek Zürich, Leiter der Handschriftenabteilung
Es wurde darüber gestritten, wieviele Briefe von und an Johann Caspar Lavater in der Sammlung der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich liegen, ganz zu schweigen davon, dass sich weitere in anderen öffentlichen und vor allem auch privaten Sammlungen befinden. Jetzt, anhand der Mikrofiche-Edition und der Register konnten wir sie zählen, es sind 21,423 Briefe. So oder so, vom 21. Jahrhundert aus gesehen, sind es unzählige Briefe, nur vergleichbar mit den weitverzweigten Kommunikationsnetzen, wie sie heute auf elektronischem Weg bestehen. Lavater steht als Kommunikationsgenie par excellence vor uns, zudem als herausragender, provozierender Geist des 18. Jahrhunderts. Seine Briefe erreichten alle Destinationen in Europa und von überall her kamen die Briefe nach Zürich und sind so das wohl aussagekräftigste Zeugnis für die Bedeutung dieser Stadt zur Zeit der Aufklärung. Das Briefregister liest sich wie ein Verzeichnis der bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts; wir sind zuversichtlich, dass auch die anonymen Briefschreiber und -empfänger durch die Veröffentlichung der Briefe gelegentlich identifiziert werden können.
Die bedeutende Briefsammlung ist Teil des umfangreichen Nachlasses Johann Caspar Lavater im Familienarchiv. Die Stadtbibliothek Zürich konnte 1850 Teile des Nachlasses erwerben; 1901 schenkten die Erben von Antistes Georg Finsler (1819-1899), einem Urenkel Lavaters, den grössten Teil der bestehenden Sammlung, die anschliessend durch Schenkungen und Ankäufe vermehrt und unter der Signatur FA Lav. Ms. geordnet und erschlossen wurde. 1916 wurde die Stadtbibliothek mit der Kantonsbliothek in der Zentralbibliothek Zürich als Kantons-, Stadt- und Universitätsbibliothek zusammengeführt.
An eine eigentliche Gesamtausgabe der Korrespondenz Lavaters ist, wenn überhaupt, sicher aber in absehbarer Zeit nicht zu denken. Die wissenschaftlichen Anstrengungen gelten derzeit der Edition, welche durch die Forschungsstiftung Johann Caspar Lavater und den NZZ Verlag in Zürich betreut wird: "Johann Caspar Lavater, Ausgewählte Werke in historisch-kritischer Ausgabe". Die Herausgeber benutzen die Korrespondenzen und verweisen auf sie; doch auch sie kennen nicht alle Briefe. In der vorliegenden Mikrofiche-Edition von IDC, Leiden, steht dieses interessante Quellenmaterial der internationalen Forschungsgemeinschaft und den interessierten Laien nun zur Verfügung. Es wird seine Bedeutung für die verschiedensten Fachgebiete, für Theologie, Mentalitäts- und Sozialgeschichte, Literatur- und Kunstgeschichte, Pädagogik, Psychologie und Medizingeschichte sowie vor allem für die Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts erweisen.
Die Zentralbibliothek Zürich schätzt sich glücklich, diesen reichen Schatz damit gehoben zu sehen, und freut sich auf dessen weltweite wissenschaftliche Ausbeute. Die Handschriftenabteilung hofft, von allen Forschungsprojekten und Erkenntnissen Mitteilung zu erhalten und erklärt sich bereit, sie koordinierend weiterzugeben. Ohne die zahlreichen hilfreichen Geister wäre das Projekt nie zustandegekommen; hier kann der grosse Dank nur pars pro toto abgestattet werden, allen voran dem Präsidenten der Johann Caspar Lavater Forschungsstiftung in Zürich, Herrn Dr. Conrad Ulrich, selbst ein Connaisseur des 18. Jahrhunderts, und allen heutigen und früheren Mitgliedern des Stiftungsrats, dem Herausgeberkreis der neuen Werkausgabe mit F. de Capitani (Bern), R. Dellsperger (Bern), G. Ebeling (+, Zürich), H. Holzhey (Zürich), K. Pestalozzi (Basel), M. Sauer (Wiesbaden), G. Schäfer (Nürtingen), A. Schindler (Zürich), Ch. Siegrist (Basel), H. Stickelberger (Zürich), und H. Weigelt (Bamberg) sowie dem Editorenteam Ursula Caflisch-Schnetzler, Martin Hirzel und Bettina Volz-Tobler. Marlis Stähli hat die Vorbereitungen in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich getroffen. Ihr gilt ein besonderer Dank und Alexa Renggli; ohne sie wären die Briefe nicht bereit gewesen zur Verfilmung durch Peter Moerkerk von IDC er ist zu einem Freund des Hauses geworden und die wertvollen Briefregister könnten die Mikrofiche-Edition nicht hilfreich begleiten.
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Prof. Dr. Christoph Eggenberger, Zentralbibliothek Zürich, Head of the Manuscript Department
It has been debated how many letters from and to Johann Caspar Lavater there are in the collection of the Manuscript Department of the Zentralbibliothek Zürich, not to mention the fact that additional letters exist in other public and especially in private collections. Now, with the help of the microfiche edition and the indices, we can count them; there are 21,423 letters. However you look at it, there are innumerable letters from a 21st century perspective, comparable only to the extensive communication networks existing today via electronic media. To us, Lavater is a genius in communication par excellence, as well as a prominent and provocative 18th-century mind. His letters reached every destination in Europe, and letters came to Zurich from every direction and are thus the most significant proof of the importance of this city during the time of the Enlightenment. The index of letters reads like a list of important 18th-century personalities; we are confident that even the anonymous letter writers and recipients can eventually be identified by publishing the letters.
This important collection of letters is part of the extensive Johann Caspar Lavater estate in the family archives. The Zentralbibliothek Zürich was able to inherit portions of the estate in 1850; in 1901 the heirs of Antistes Georg Finsler (1819-1899), a great-grandchild of Lavater, donated the majority of the existing collection, which was subsequently expanded by gifts and acquisitions. These were arranged and displayed under the shelf mark FA Lav. Ms. In 1916 the municipal library was merged with the cantonal library to become the Zentralbibliothek Zürich, a cantonal, municipal, and university library.
However, an actual complete edition of Lavaters correspondence is not anticipated in the foreseeable future, if ever. Academic efforts are currently focused on the edition which is being supervised by the Johann Caspar Lavater Research Institute and the NZZ Publishing House in Zurich, "Johann Caspar Lavater, Selected Works in a Historico-Critical Edition" ("Johann Caspar Lavater, Ausgewählte Werke in historisch-kritischer Ausgabe"). The publishers make use of the correspondence and refer to it; however, even they do not know about all of the letters. In the current microfiche edition by IDC, Leiden, this interesting source material is available to the international academic community and interested laypersons. Its importance will be demonstrated for a wide variety of disciplines, including theology, history of mentalities, social history, literary and art history, pedagogy, psychology, the history of medicine, and above all, the history of 18th-century culture.
The Zentralbibliothek Zürich considers itself fortunate to see this
rich treasure so exalted and looks forward to its worldwide academic
exploitation. The Manuscript Department hopes to be informed about all research
projects and findings, and it is willing to pass on this information in a
coordinated fashion. Without numerous helpful individuals, the project would
never have been completed. Thanks can only be given by name to a small number
of the many who helped, above all to the president of the Johann Caspar Lavater
Research Institute in Zurich, Dr. Conrad Ulrich, himself a connoisseur of the
18th century, and to all the current and prior members of the
foundations board, to the publishers of the new edition, F. de Capitani
(Berne), R. Dellsperger (Berne), G. Ebeling (Zurich), H. Holzhey (Zurich), K.
Pestalozzi (Basle), M. Sauer (Wiesbaden), G. Schäfer (Nürtingen), A.
Schindler (Zurich), Ch. Siegrist (Basle), H. Stickelberger (Zurich), and H.
Weigelt (Bamberg), as well as to the editorial team, Ursula
Caflisch-Schnetzler, Martin Hirzel, and Bettina Volz-Tobler. Marlis
Stähli, completed the preparations in the Manuscript
Department of the Zentralbibliothek Zürich. She and Alexa Renggli deserve
special thanks; without them the letters would not have been ready for filming
by Peter Moerkerk of IDC who has become a friend of the family
and the valuable and helpful indices of letters would not be able to
accompany the microfiche edition.
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Marlis Stähli, M.A., Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung
Der Nachlass J. C. Lavaters, der bisher noch nicht verfilmt ist, umfasst neben Manuskripten und Materialien zu seinen wichtigsten Werken Autobiographisches und Tagebücher, Reiseberichte, Politisches zum Zürcher Grebel-Handel und zum Stäfnerhandel, zur französischen Revolution, zu Lavaters Deportation nach Basel und zur Helvetik, Dokumente zu Lavaters Berufung nach Bremen, Predigten, Ansprachen und Unterlagen aus seiner Tätigkeit in der Kirchgemeinde St. Peter und am Waisenhaus in Zürich, theologische Abhandlungen, Betrachtungen und Gebete, Beiträge zum Magnetismus, Eingaben an das Ehegericht und an die Zürcherischen Zensurbehörden, physiognomische Regeln und Urteile, Lieder, Gedichte, Poesien und eine Vielzahl von Versen und Sprüchen auf hunderten, wenn nicht tausenden von kunstvoll gerahmten Kärtchen, zusammengefasst in Kassetten, Schubern und Reihen von mehreren Bänden zu ganzen Handbibliotheken der Gedanken und der Freundschaft.
Dabei gibt es bei Lavater fliessende Übergänge zwischen Werkgruppen mit Widmungen und Anreden an bestimmte Personen, thematischen Briefzusammenstellungen mit Werkcharakter, Ansprachen in Briefform, Reiseberichten und Briefen von der Reise, adressierten Merksprüchen, Briefgedichten und ähnlichen Texten, die oft auch in Zirkulation gegeben wurden, und der eigentlichen Korrespondenz. Da die Grenzen nicht leicht zu ziehen sind, wurde bei der Verfilmung grosszügig verfahren und neben den eigentlichen Briefen manches aus dem Nachlass mit einbezogen, um eine möglichst vollständige Übersicht über die Briefwechsel, das faszinierende Korrespondentennetz und die weitläufigen Beziehungen zu bieten. Hinzugezogen wurden überdies Briefe von und an Lavater aus verschiedenen anderen in der Handschriftenabteilung aufbewahrten Fonds (FA Lav. Ms. 15-208 u.a.).
Die Korrespondenz umfasst über einen Viertel des gesamten Nachlasses und bildet mit ihren 99 Bänden und Mappen einen gewichtigen Schwerpunkt. Bei der ersten Ordnung wurde sie in zwei Reihen getrennt, in die Briefe an Lavater (FA Lav. Ms. 501-535) und in die Briefe von Lavater (FA Lav. Ms. 551-587), die Anfang des 20. Jahrhunderts in Sammelbände eingebunden wurden. In dieser Form waren sie allerdings ohne Schaden für die Handschriften nicht kopierbar, was den Gedanken an eine integrale Sicherheitsverfilmung nahelegte.
Anders als bei den meisten Nachlässen sind von Lavater selber erstaunlich viele Briefe überliefert. Von Lavater sind über 9,100, an Lavater über 12,300 Briefe erhalten, die zahlreichen Abschriften und Exzerpte nicht mitgerechnet. Offensichtlich liess er seine eigenen Briefe, wenn er sie nicht wie in der frühen Zeit selber kopierte, zum grössten Teil abschreiben, was die Korrespondenz insgesamt zu einer wahren Fundgrube macht.
Nicht mit den Briefen eingebunden wurden die zahlreichen anonymen Briefe, die Abschriften, Exzerpte und Doubletten, aber auch die Fragmente und die im Laufe der Zeit hinzuerworbenen Korrespondenzen. Beide Formen, sowohl die anonymen Briefkontakte als auch die Abschriften und Exzerpte, sind charakteristisch für Lavaters Briefwechsel. Vieles, was zur Sprache kam, war mit teils prekären persönlichen Lebensumständen verbunden und sollte unter dem Schutz der Verschwiegenheit bleiben. Nicht selten hatte Lavater bei ungewollten Schwangerschaften zu vermitteln oder in anderen schwierigen, oft auch mit grosser Armut verbundenen Verhältnissen zu helfen. Andererseits dienten die wiederholten Abschriften dem weitverzweigten Kommunikationsnetz. Diese Briefe finden sich in losen Konvoluten in den anschliessenden Mappen FA Lav. Ms. 588-592 (von Lavater) und FA Lav. Ms. 593-599 (an Lavater).
Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass sich unter den Kopien und Exzerpten eine beachtliche Zahl findet, die nur hier und nicht in den Sammelbänden überliefert sind. Auch konnten etliche Absender oder Empfänger ermittelt werden, und es kamen durch Schenkungen und Ankäufe Briefe von Korrespondenzpartnern hinzu, die bereits in den Sammelbänden vertreten waren. Dies hatte zur Folge, dass die Briefe einer bestimmten Person, die zwar in einem handschriftlichen Standortkatalog erfasst waren, nicht an einer Stelle registriert waren, sondern über den Bestand verteilt immer wieder mühsam zusammen gesucht werden mussten. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden aufgrund der Vorarbeiten von Ursula Caflisch, die ihre erste EDV-Erfassung dankenswerterweise zur Verfügung stellte, parallel zur Verfilmung je ein alphabetisches Register der Briefe an und von Lavater erarbeitet, das nun sowohl einen guten Überblick als auch einen bequemen Einstieg in Lavaters Korrespondenz bietet. Ein zusätzliches, separates Register erschliesst die Gruppe der Briefe aus dem familiären Umkreis Lavaters (FA Lav. Ms. 600-606).
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Marlis Stähli, M.A., Zentralbibliothek Zürich, Manuscript Department
In addition to manuscripts and materials on his most important works, the estate of J. C. Lavater, which has not yet been filmed, includes autobiographical material and diaries, travelogues, political material on the Grebel affair in Zurich and the Stäfa affair, on the French Revolution, on Lavaters deportation to Basle, and on the Helvetian Republic, documents about Lavaters appointment to Bremen, sermons, speeches, and texts from his activities in the parish of St. Peter and at the orphanage in Zurich, theological treatises, reflections, and prayers, contributions to magnetism, filings with the marriage court and the Zurich Board of Censors, physiognomic rules and decisions, songs, odes, poetry, and a multiplicity of verses and sayings on hundreds, if not thousands of elaborately framed cards, collected in sets, cases and series of several volumes for entire manuscript libraries of thoughts and of friendship.
In addition, Lavater makes smooth transitions between different types of works with dedications and salutations to specific individuals, thematic compilations of letters with the character of a complete work, speeches in the form of letters, travelogues and letters from his trips, addressed mnemonics, epistolary poems, and similar texts which were also often circulated, and his actual correspondence. Since boundaries cannot easily be drawn, filming proceeded ambitiously and included many items from the estate besides the actual letters in order to offer the most complete possible overview of his correspondence, his fascinating networks of correspondents, and his lengthy relationships. Apart from this, letters from and to Lavater are included from various other holdings stored in the Manuscript Department (FA Lav. Ms. 15-208, among others).
The correspondence comprises more than a fourth of the entire estate and forms an important focus with its 99 volumes and portfolios. When it was first arranged, it was separated into two series in which the letters to Lavater (FA Lav. Ms. 501-535) and the letters from Lavater (FA Lav. Ms. 551-587) were bound into anthologies at the beginning of the 20th century. In this form, however, the manuscripts could not be copied without damage, which suggested the need for integral backup filming. Unlike in the majority of estates, an astonishing number of letters from Lavater himself are preserved. More than 9,100 letters from Lavater and over 12,300 letters to Lavater have been conserved, not counting the numerous copies and excerpts. Apparently he had his own letters copied when he did not copy them himself as he did early on, which makes the complete correspondence a real literary treasure.
The many anonymous letters, copies, excerpts, and duplicates were not bound together with the letters, nor were the fragments and the correspondence which was acquired over time. Both forms, the anonymous letters and the copies and excerpts, are characteristic of Lavaters correspondence. Much of what was put into words was related to embarrassing personal life circumstances and should remain protected by secrecy. Lavater frequently had to intervene in unwanted pregnancies or to help in other difficult situations, often associated with great poverty. On the other hand, these repeated copies promoted the extensive communication network. These letters are in loose bundles in the sequential portfolios FA Lav. Ms. 588-592 (from Lavater) and FA Lav. Ms. 593-599 (to Lavater).
However, over time it has become evident that there is a considerable number of the copies and excerpts which have only been handed down here and not in the anthologies. Several senders or recipients could also be identified, and donations and acquisitions yielded correspondence partners who were already represented in the anthologies. As a result, the letters of a specific person which were of course already included in a manuscript site catalog were not recorded to be in the same place, but were rather often spread out and needed to be painstakingly pieced together. In order to help with this task, an alphabetical index of the letters to and from Lavater was developed in parallel to the filming based on the preparatory work of Ursula Caflisch, who generously made her first computerized records available. This now offers both a good overview as well as a convenient introduction to Lavaters correspondence. An additional, separate index includes the group of letters from Lavaters family circle (FA Lav. Ms. 600-606).
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Prof. Dr. Karl Pestalozzi, Universität Basel
Lavaters Lebenselement war es, anderen Menschen face to face zu begegnen und sich mit ihnen über die Dinge zu unterhalten, die ihm wichtig waren. Im direkten Kontakt soll der Zauber seiner Ausstrahlung unwiderstehlich gewesen sein. Das änderte sich jedoch bei räumlicher Distanz zu seinen Freunden und Freundinnen, denn nun mussten Briefe die unmittelbare Begegnung ersetzen. Dieses Bedürfnis, ungeachtet der geographischen Distanz persönliche Nähe zu pflegen, machte Lavater zu einem der fleissigsten Korrespondenten seiner schreibfreudigen Zeit. Nach seinem von Paulus übernommenen Grundsatz "allen alles zu sein" ( 1. Kor. 9,22 ) stellte er sich auf die jeweiligen Korrespondenten ein.
Wegleitend war dabei Lavaters Bemühen, etwas von der spontanen Begegnung aufs Papier zu retten. Das suchte er dadurch zu erreichen, dass er, am Schreibpult stehend, ohne Brouillon, unmittelbar aus dem Herzen, hinschrieb, was ihm zu einer Sache oder als Antwort auf eine Anfrage einfiel. Neben sich hatte er eine Sanduhr, die nach einer Viertelstunde umgedreht werden musste. "Ich kehre mein Viertelstündchen, u. bis es herunter gesandet hat, schreib` ich Eüch, lieben drey, was mir einfällt" (an Wieland, Goethe und Lenz am 27. April 1776 ). Das könnte vor vielen seiner Briefe stehen. Manche wachsen sich allerdings dann doch zu eigentlichen Abhandlungen aus. Seinem Briefstil suchte Lavater dadurch Spontaneität zu bewahren, dass er ihn mündlich erscheinen liess, soweit ihm das in der Schriftsprache im Alltag sprach er natürlich Zürichdeutsch möglich war, z.B. durch Elisionen "ists", "erblick`ich" und eine einfache Syntax. Stereotyp sind Lavaters Beteuerungen, dass er nicht zu sagen vermöge, was er eigentlich wolle. Vor allem aber durchsetzte er seine Briefe üppig mit Satzzeichen gereihten Gedankenstrichen, Doppelpunkten, Frage- und Ausrufezeichen die signalisieren sollten, dass das Gesagte immer noch einen Hof von Unsagbarem um sich behalte. Als "lavaterisieren" wurde dieses Verfahren bei den Zeitgenossen Mode. Ulrich Bräker erwiderte darauf in seinem Tagebuch: "O, Lavater schreibe nicht denke, und fühle ...... " (7.8.1780).
So persönlich Lavater seine Briefe gestaltete und auf die jeweiligen Adressaten ausrichtete, seine Briefe waren ihm keine blosse Privatsache. Er hatte nichts dagegen, wenn die Adressaten sie herum reichten, er verfuhr mit den Briefen, die er erhielt, nicht anders. Lavaters Korrespondenz war insgesamt Teil eines weitgespannten Kommunikationsnetzes, das die prominenten Angehörigen der Gelehrtenrepublik mit ihrem jeweiligen lokalen Anhang über alle Grenzen der Kleinstaaterei hinweg verband und alle über alles auf dem Laufenden hielt. Seit Gellerts "praktischer Abhandlung von dem guten Geschmacke in Briefen" (1751) hatte sich eine deutsche Briefkultur herausgebildet, an der Lavater auf besonders exzessive Weise teilhatte und deren Ausklang wir heute beiwohnen.
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Prof. Dr. Karl Pestalozzi, University of Basle
Lavater was always in his true element when meeting with others face to face to discuss things of interest to him. His charisma is said to have been irresistible in person. But this changed when he was physically separated from his friends, because letters had to replace personal encounters. His need to foster close personal relationships despite physical distance made Lavater one of the most prolific correspondents of his time, a period itself characterized by a great fondness for writing. Based on the notion of "being all things to all men" borrowed from Paul (1 Cor. 9:22), he learned to attune himself to each of his correspondents.
Lavaters efforts to create an impression of the spontaneous encounter on paper were pioneering. He tried to do this by standing at his writing desk and just writing from his heart; he wouldnt use rough drafts for any topic or even when answering an inquiry. He kept an hourglass next to him which had to be turned over every fifteen minutes. "Im flipping my quarter-hourglass, and I intend to write whatever I think of until it runs out, my dear three" (to Wieland, Goethe, and Lenz on April 27th, 1776). This could have been written in many of his letters. In fact, numerous of his letters actually turn into veritable discourses. Lavater tried to preserve spontaneity in the style of his letters by making them seem oral, at least to the extent that this was possible in the written language (in everyday speech, of course, he spoke Zurich German). For example, he used elisions like "ists" or "erblickich" and simple syntax. Stereotypical examples of this style are Lavaters assertions that he "cant say what he actually wants to say". But above all, he imbued his letters quite liberally with punctuation marks: dashes, colons, question marks, and exclamation points. These symbols were supposed to indicate that what had been said still had an air of the unspeakable about it. This practice became fashionable among his contemporaries, a sort of "Lavaterization". Ulrich Bräker mentioned this in his diary: "Oh, Lavater don't write think and feel ...... " (7.8.1780).
As personal and even personalized as Lavater made his letters, he did not consider them to be merely a private affair. He had no problem with his recipients passing them around; he did the same with the letters he received. Lavaters letters were all part of an extensive communications network which united the prominent members of the Republic of Letters, each with his own local constituency, across any borders of petty states, keeping everyone up to date about everything. After Gellerts "Practical Treatise on Good Taste in Letters" (1751), a German culture of correspondence had developed in which Lavater participated to quite an excessive degree, the finale of which we are witnessing today.
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Prof. Dr. Horst Weigelt, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lavaters sehr umfangreicher, europaweiter Briefwechsel weist ähnlich wie sein literarisches Oeuvre eine faszinierende Vielfalt von Themen auf. Darin ist das Religiöse im weitesten Sinn verstanden zweifelsohne dominierend, wobei die Frage nach manifester Transzendenzerfahrung in der Immanenz im Zentrum steht. Darüber korrespondierte er nicht nur mit Laien und Theologen, die die Möglichkeit solcher handgreiflicher Gotteserfahrungen propagierten (Jung-Stilling, Susanna Katharina von Klettenberg, Johann Gerhard Hasenkamp, Jacob Hermann Obereit oder Johann Joseph Gaßner), sondern ebenso auch mit deren vehementen Bestreitern (Spalding und Jerusalem). Lavater war aber von diesem "Durst nach Christuserfahrung" (Gedicht November 1776) so umgetrieben, dass er deswegen mit Naturphilosophen (Bonnet) und sogar mit Anhängern des animalischen Magnetismus (Hypnose) in Kontakt stand.
Einen zweiten Schwerpunkt seines Briefwechsels bilden Dichtung und Poesie. Obwohl er mit fast allen bedeutenden deutschsprachigen Autoren seiner Zeit korrespondierte, sei hier nur auf Wieland, Klopstock, Herder, Goethe, Gleim und Claudius verwiesen. Diese Briefe eröffnen nicht nur eine erhellende Sicht auf Lavaters literarisches Schaffen, sondern geben auch Auskunft über sein Urteil zu den damaligen literarischen Strömungen (bes. Sturm und Drang sowie Klassik) und zu bedeutenden Werken, wie Klopstocks "Messias" (1748/1773).
Ein weiterer Bereich seiner Korrespondenz befaßt sich mit Malerei und besonders mit Porträtkunst. Diese Thematik stand vielfach in Zusammenhang mit seinem wohl bekanntesten Werk, den monumentalen "Physiognomischen Fragmenten" (Leipzig und Winterthur 1775-1778). Deshalb stand er mit vielen Künstlern in brieflicher Verbindung, so beispielsweise mit den bekannten Kupferstechern Chodowiecki und Lips.
Da Lavater mit führenden Pädagogen seiner Zeit bekannt oder sogar befreundet war (Rousseau, Pestalozzi, Basedow, Campe) und selbst eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern verfasst hat, werden in seinen Briefen häufig pädagogische Fragen thematisiert. Eingegangen wird vor allem auf die damaligen Reformbewegungen, von denen er den Philanthropismus, bei allen im Laufe der Jahre stärker werdenden Vorbehalten, unterstützt hat. So hielt er 1776 in Anwesenheit von Basedow die Predigt zur Einweihung des "menschenfreundlichen Instituts" in Marschlins (Geschichte des Einweihungsfestes des Philantropins zu Marschlins, Frankfurt am Main 1776, S. 30).
Last but not least kommen auch gesellschaftliche und politische Fragen zur Sprache. Einen besonders breiten Raum nehmen in zahlreichen Briefen die Französische Revolution, die er anfänglich begrüsst, aber dann nach dem Sturm auf die Tuilerien und den berüchtigten Septembermorden scharf verurteilt hat, sowie die der Schweiz im März 1798 von den Franzosen aufgezwungene Helvetische Republik ein. Dabei tritt sein Patriotismus nuancenreich hervor, der schon in der aufsehenerregenden "Grebelaffäre" (1762) spürbar geworden war.
Darüber hinaus gibt die Korrespondenz selbstverständlich auch intime Einblicke in das Leben Lavaters. Aufschlußreich hierfür sind seine Briefe an seine Eltern, seine Frau Anna und seine Kinder, seine engen Freunde (Johann Georg Zimmermann, Johann Jacob Heß u. a.) sowie an seine Züricher Lehrer (Bodmer und Breitinger).
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Prof. Dr. Horst Weigelt, Otto-Friedrich University, Bamberg
Lavaters very extensive, pan-European correspondence, much like his literary work, features a fascinating variety of topics. It is indisputably dominated by religious matters in the broadest sense, at the heart of which lies the inquiry into manifest transcendental experience in immanence. He corresponded about this with laymen and theologians who were proponents of the possibility of such tangible divine experiences (Jung-Stilling, Susanna Katharina von Klettenberg, Johann Gerhard Hasenkamp, Jacob Hermann Obereit, or Johann Joseph Gaßner), and he also wrote to their vehement challengers (Spalding and Jerusalem). However, Lavater was so obsessed by his "thirst to experience Christ" (Poem, November 1776) that he contacted natural philosophers (Bonnet) and even proponents of animal magnetism (hypnosis).
Literature and poetry constitute the secondary focus of his correspondence. Although he corresponded with almost every important German-speaking author of his time, one need only mention Wieland, Klopstock, Herder, Goethe, Gleim, and Claudius. These letters not only shed light on Lavaters literary work, but they also provide information about his opinion of contemporary literary trends (esp. Sturm und Drang and Classicism) and important works, such as Klopstocks "Messias" (1748/1773).
Another focus of his correspondence was painting, especially portrait art. This topic was in many ways connected to what is probably his best-known work, the monumental "Physiognomic Fragments" (Leipzig and Winterthur, 1775-1778), so he was in written contact with many artists; for example, with the famous engravers Chodowiecki and Lips.
Since Lavater was acquainted with or even friends with some of the leading pedagogues of his time (Rousseau, Pestalozzi, Basedow, Campe) and had himself authored a series of childrens and young adult books, pedagogical issues are a common theme in his letters. In particular, this included contemporary reform movements. Among these, he supported philanthropism with some reservations which grew stronger over the years. Thus, in 1776 he held a sermon attended by Basedow to inaugurate the "Philanthropic Institute" in Marschlins (Story of the Inauguration Ceremony of the Philanthropy in Marschlins, Frankfurt am Main, 1776, pg. 30).
Last but not least, he also took up social and political issues. Two topics discussed extensively in many letters were the French Revolution, which he originally welcomed but later severely condemned after the storming of the Tuileries and the infamous September massacres, and the Helvetian Republic imposed by the French in Switzerland in March of 1798. At this time, his patriotism shows through full of nuances, which had already become noticeable during the sensational "Grebel Affair" of 1762.
In addition, the correspondence provides intimate insights into the life of Lavater. His letters to his parents, his wife Anna and his children, his close friends (including Johann Georg Zimmermann and Johann Jacob Heß), and his Zurich teachers (Bodmer and Breitinger) are quite revealing in this respect.
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Dr. Ursula Caflisch-Schnetzler, Lavater-Edition, Zürich
In seinen Promemoria zur Lebensgeschichte hält Johann Caspar Lavater 1794 fest, dass Ziel und Zweck seines Lebens gewesen sei, "mit Jesus Christus in eine reelle correspondenzmäb ige Connexion zu kommen". Dem ewig tätigen Schreiber konnte trotz intensiver Suche nach realer Christuserfahrung das zwar nicht gelingen, doch wird aus diesem dezidiert geäusserten Wunsch nach schriftlicher Bindung deutlich, wie zentral in Lavaters Leben der epistolarische Austausch gewesen ist. Welche thematischen Verschiebungen und Personen bezogene Gewichtungen sich während der gut vierzig Jahre Briefwechsel ergeben haben, zeigt die in Lavaters Nachlass in der Zentralbibliothek Zürichliegende Korrespondenz. Die über 1850 Adressaten (ungefähr zwanzig Prozent davon sind Frauen) umfassen beinahe das gesamte geistige und geistliche deutschsprachige Europa der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Johann Caspar Lavater, Sohn aus gutbürgerlichem Zürcher Haus, Theologe, Schriftsteller und ab 1769 auch Pfarrer am Waisenhaus in Zürich, ist kaum ohne die Kenntnis seiner Korrespondenz zu verstehen. Zeigt er sich darin in den frühen sechziger Jahren noch als einen der Ethik verpflichteten jungen Theologen, so wird mit dem Werk Aussichten in die Ewigkeit ab 1768 Lavaters Vorstellung von Christus als dem Urmenschen evident. Sein Briefwechsel schwillt nach dieser ersten grossen Publikation so sehr an, dass wie sein Biograph Ulrich Hegner in der Lebensbeschreibung festhält "trotz aller Anstrengungen doch immer zwischen 400-600 unbeantwortete Briefe vor ihm" lagen; darin umkreist er neben Alltäglichem in verschieden Facetten die Thematik der Imitatio Christi.
Der Umfang der diversen Briefwechsel reicht dabei von ungezählten einzelnen Briefen bis zu Konvoluten von 600 Schreiben. Die weitaus umfangreichste Korrespondenz führte er mit seiner Kusine Anna Barbara von Muralt. Danach folgen bei den Frauen seine Gemahlin Anna und Adressatinnen aus dem gehobenen deutschen Adel. Seine Freunde, Eberhard Gaupp und dessen Schwiegersohn Johann Georg Müller (beide aus Schaffhausen), zusammen mit dem aus Brugg stammenden, später in Hannover tätigen Arzt und Schriftsteller Johann Georg Zimmermann, führen die Liste bei den Männern an. Ebenfalls häufig wandte sich Lavater während seiner Studienzeit an die früh verstorbenen Brüder Felix und Heinrich Hess aus Zürich. Auffällig in der Statistik ist eine in den 1780er Jahren festzustellende Zäsur: Viele früher begonnene Briefwechsel brechen zumeist ab, dafür setzen neue ein, die bis kurz vor Lavaters Tod anhalten.
Angesichts der Fülle des Materials erstaunt es nicht, dass die frühesten herausgegebenen Briefe jene mit berühmten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts sind, wie Goethe, Wieland, Herder, Basedow, Füssli, Hasenkamp, Jung-Stilling und der russischen Zarin Maria Feodorowna. Die Editionen wie jene der Korrespondenz mit Bonnet, Crugot, Felix und Heinrich Hess zeigen erst seit knapp zwanzig Jahren ein neu entfachtes Interesse an Person und Werk des grossen Zürchers. Mit der seit 2001 begonnenen historisch-kritischen Edition der wichtigsten Werke Johann Caspar Lavaters und mit der Mikrofiche-Edition der Briefe werden die Grundlagen geschaffen, wichtige Desiderate der Forschung in diesem Bereich zu beheben.
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Dr. Ursula Caflisch-Schnetzler, Lavater-Edition, Zurich
In his Promemoria zur Lebensgeschichte (Memorandum on My Life Story), Johann Caspar Lavater declares in 1794 that the goal and purpose of his life has been "to achieve a real correspondence-style connection with Jesus Christ." The ever active writer could not achieve this in spite of his intense quest for a real Christ experience. However, this firmly stated desire for a written connection makes it clear how pivotal the exchange of letters was to Lavaters life. The letters in Lavaters estate in the Zurich Central Library demonstrate all of the thematic variations and assessments of individuals produced during a good forty years of correspondence. The over 1850 recipients (approximately twenty percent of whom are women) comprise nearly all of intellectual and spiritual German-speaking Europe of the latter half of the 18th century.
Johann Caspar Lavater, son of a solid middle-class Zurich home, theologian, author, and also minister at the orphanage in Zurich from 1769, can scarcely be understood without knowledge of his correspondence. While he may prove himself in his letters still to be a young theologian bound by ethics in the early 60s, Lavaters concept of Christ as primeval man becomes evident with his work Aussichten in die Ewigkeit (Prospects of Eternity) of 1768. His correspondence increases so much after this first large publication that, as his biographer Ulrich Hegner states in his biography, "in spite of all his efforts, he was still faced with between 400-600 unanswered letters." Apart from mundane affairs, various facets of his writings revolve around the theme of the "imitation of Christ."
At the same time, the scope of his diverse correspondence extends from countless individual letters to bundles of 600 epistles. He exchanged by far the most correspondence with his cousin, Anna Barbara von Muralt. Next among women comes his wife Anna and recipients from the upper German nobility. His friends, Eberhard Gaupp and the latters stepson Johann Georg Müller (both from Schaffhausen), together with doctor and author Johann Georg Zimmermann from Brugg who later practiced in Hanover, top the list of men. Just as frequently, Lavater addressed the short-lived brothers Felix and Heinrich Hess from Zurich. One noticeable item among these statistics is a break detected in the 1780s: Much correspondence which had been begun earlier was basically ended, and new correspondence begun in its place which stops shortly before Lavaters death.
In light of the wealth of material, it is not surprising that the earliest published letters are those exchanged with famous 18th-century personalities, such as Goethe, Wieland, Herder, Basedow, Füssli, Hasenkamp, Jung-Stilling, and the Russian Czarina Maria Feodorovna. Editions like those of his correspondence with Bonnet, Crugot, and Felix and Heinrich Hess show a rekindled interest in the persona and work of this great man from Zurich after barely twenty years. With the historico-critical edition of Johann Caspar Lavaters most important works begun in 2001 and with the microfiche edition of his letters, the foundation is being laid to rectify significant shortcomings in research in this area.
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